Hunde aneinander gewöhnen – so klappt es

Die Einführung eines fremden Hundes in das eigene Rudel kann eine gefährliche Angelegenheit sein. Dies kann sehr anstrengend und stressig für die Hunde und die Besitzer werden. Aber zur Linderung dieser Belastung müssen wir verstehen, warum die Einführung so schwierig für unsere Hunde ist …

Wenn der neue Hund das Haus betritt, so sagen die territorialen Instinkte des alten Hundes, dass er sein Heim zu verteidigen hat. Diese territorialen Gefühle sind der Grund, warum sich Hunde nicht auf “dem falschen Weg” treffen dürfen. Um die richtige Einführung zu verstehen, müssen wir zuerst erkennen, dass Hunde in einer Welt leben, wo der Geruch ausschlaggebend ist. Hunde verlassen sich auf ihren scharfen Geruchssinn, um sich in ihre Umgebung einzugewöhnen. Daher basiert das Training auf ihrem hoch entwickelten Geruchssinn. Dies ist ein schwierig zu begreifendes Konzept, weil sich der Mensch mehr auf Sicht als auf Geruch verlässt.

Vor diesem Hintergrund muss das Haus bzw. Wohnung für einige Zeit so eingerichtet werden, das es die beiden Hunde voneinander trennt und es keinen Sichtkontakt gibt. Sichtkontakt schafft Posieren (ein kalter Blick, Knurren und Nackenhaare stellen sich auf). Dominante oder devote Haltung löst sofort eine Reaktion im anderen Hund aus und führt oft zu Stress und Spannungen zwischen den beiden.

Zwei Hunde sich gegenseitig vorstellen in 4 einfachen Schritten

1. Stellen Sie 2 Hundeboxen in unterschiedlichen Räumen Ihres Hauses/Wohnung auf (oder verwenden Sie eine Box und einen anderen Raum). Dies ist entscheidend für einen stressfreien Trainingserfolg. Warum? Sie nutzen die Box als Trainingswerkzeug. Die Hunde, unterdessen, bekommen die nötige Geborgen- und Sicherheit durch die Box. Es ist auch wichtig, dass die Hunde keinen Sichtkontakt während der sensiblen Phase haben. Anstelle sich zu “Treffen” visuell, lassen Sie sie einander riechen. Dies wird dadurch getan, dass ein Spielzeug, Tau oder sogar eine Decke in die Box oder Korb gelegt wird. Diese Spielzeuge nennt man “Geruchsgegenstand”. Dies erlaubt den beiden Hunden, während Sie diese Spielzeuge unter den Hunden austauschen, eine tiefere Bindung zu schaffen. Diese Form der Kommunikation ist der einzige Weg, wie sie es wirklich verstehen – Kommunikation über die Nase!

2. Lassen Sie den “neuen” Hund sich im Haus bewegen. Dies ermöglicht es ihm oder ihr sich an das neue Zuhause und den Menschen (Sie) zu gewöhnen. Während dieser Zeit sollten Sie Ihren “alten” Hund aus der Sicht und möglichen Gefahr eines Angriffs schaffen, da der Neuling seine Umgebung erforschen und seinen Geruch hinterlassen wird, auf einem Gebiet, das ihm/ihr noch nicht gehört bzw. sein eigen ist.

Der neue Hund sollte nur aus seiner Box für fünfzehn bis zwanzig Minuten, mehrmals am Tag, gelassen werden. Das ist viel Zeit für ihn, sein Zuhause zu erkunden und seinen Geruch in der neuen Umgebung zu hinterlassen. Dann, wenn der neue Hund zurück in seine Box geht, legen Sie die Geruchsgegenstände des alten Hundes mit zu ihm in die Box.

3. Tauschen Sie die Hunde. Das heißt, der neue Hund geht in den abgetrennten Bereich, wo er niemanden stören kann und der alte Hund darf in der Wohnung spielen. Das erste Mal, wenn der alte Hund hineinkommen wird, wird er kräftig sein Territorium erkunden und den Geruch des neuen Hundes rund um das Haus wahrnehmen, bis er zufrieden ist, dass der Eindringling “entkommen” ist. Ihr älterer Hund wird vielleicht überwältigt und verwirrt sein, das ist der Zeitpunkt, wo er Ihre Nähe braucht. Lassen Sie ihn dabei nicht allein und bieten Sie ihm, Ihre Nähe an oder setzen Sie sich zu ihm, wenn Sie eine Zeitschrift oder ein Buch lesen, oder vielleicht, während Sie eine Wiederholung von Lassie schauen. (Kleiner Scherz am Rande). Diese gemeinsame Zeit ist genau das, was er während der Geruchsentdeckung braucht.

Damit es wirklich effektiv ist, muss der alte Hund aus seiner Box oder Zimmer mehrmals am Tag gelassen werden, um den neuen Duft auch verstehen zu können – dennoch sollte es nur erfolgen, wenn der neue Hund zuvor im Haus gespielt hat und wieder in seine Box gebracht worden ist. Je mehr man diese kurzen Routinen trainiert, desto schneller werden sie miteinander vertraut werden.

Aber wann wissen Sie nun, wann Ihr älterer Hund bereit ist, auf den neuen Hund zu treffen? Er oder sie wird nicht mehr wie wild den Geruch des neuen Hundes im Haus folgen und es ruhig hinnehmen. Dies ist die vom Hund implizite Art zu sagen: “Okay, ich nehme den anderen Hund so hin. Wann können wir uns treffen?”

4. Das Treffen von Angesicht zu Angesicht sollte nicht aufgrund von territorialen Gründen auf Ihrem Grundstück stattfinden. Ein großes Feld, im Park (wenn keine anderen Hunde oder Menschen Sie stören), oder jeder andere geschlossene Bereich sind viel bessere Orte für das erste Treffen. Und bitte nicht denken, dass Leinen ausreichend genug sind, um die Sicherheit eines geschlossenen Bereichs zu ersetzen; halten Sie die Hunde bitte auch nicht an der Leine fest, gerade das kann zu einer Aggression unter den beiden Hunden führen.

Stattdessen lassen Sie den alten Hund rund um und über das Feld (oder anderen geschlossenen Bereich) laufen, während der neue Hund außer Sicht ist. Dann tauschen Sie und erlauben es den neuen Hund auf dem Feld zu spielen, während der alte Hund außer Sicht ist. Genau wie bei Ihnen zu Hause, werden die Hunde einen ihnen bekannten Geruch wahrnehmen. Da die Hunde bereits offiziell über den Geruch des jeweils anderen Hund bekannt gemacht wurden, sind sie nun bereit, sich von Angesicht zu Angesicht zu treffen. Leinen Sie die beiden Hunde ab, damit sie sich gegenseitig auf dem Feld begrüßen und beschnüffeln sowie die Körpersprache des anderen lesen können … und keine Intention verspüren zu kämpfen.

Dieses stressfreie und sichere Vorgehen ist der beste Weg, um neue Hunde in ein bestehendes Rudel zu integrieren. In der Tat sollte es leicht mit ausgebildeten Hunden aber auch mit kleinen Draufgängern funktionieren. Sie erlauben so, dass die natürlichen Instinkte und primären Sinne (Geruch) des Hundes die Lehrer werden, welches sowohl einfach und effektiv ist.

Der Geruchssinn eines Hundes wird von vielen als sein primärer Sinn betrachtet. Daher basiert dieses Training ganz auf den Geruch. Sie arbeiten Hand in Hand mit den natürlichen Instinkten des Hundes und lassen es zu, dass die Instinkte des Hundes, ihm einfach aber effizient alles lernen.

One Comment

  1. Lea sagt:

    Danke, sehr hilfreich !

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