Warum fressen Hunde Grass?

Wenn die Wiesen anfangen zu sprießen, zeigt mein Hund Cooper ein “Kuh ähnliches”-Verhalten, er geht raus und fängt das Grasen an. Immer ein paar Büschel Grass hier und ein paar Büschel Grass dort. Was soweit ja kein Problem darstellt, bis zu dem Punkt, wo er das Grass wieder erbricht … natürlich im Haus.

Gern wird auch während unseres Spaziergangs ein kurzer Stopp eingelegt, um schnell ein Maul voll Grass für unterwegs mitzunehmen.

Einige Leute meinen, dass Hunde nur dann Grass fressen, wenn sie sich unwohl fühlen, also stellte ich mir selbst die Frage: Sollte ich beunruhigt sein über das Grasen meines Hundes? Und ist mein Hund wirklich krank, wenn er ein Verlangen nach Grass hat?

Also habe ich etwas nachgeforscht und habe herausgefunden, dass niemand wirklich weiß, warum Hunde Grass fressen. Wir wissen, dass Wölfe und andere wilde Kaniden Grass fressen, laut einer Studie aus dem Jahr 2006, ebenso wie große Katzen und vielen anderen wilden Fleischfressern.

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Viele Forscher gehen davon aus, dass Hunde Ihren Appetit auf “frischen Salat” von Ihren Wolfsvorfahren vererbt bekommen haben, welches ein normales und natürliches Verhalten ist und kein Symptom einer modernen Neurose. Aber wenn Hunde kein Grass verdauen können, stellt sich die Frage: ist dies ein Verhalten, dass dennoch eine Funktion hat und einen darauf hinweißt, dass es ein Gesundheits- oder Futterproblem gibt? Oder ist es ein veraltetes Überbleibsel der Evolution, wie das sich Dutzende Male im Kreis drehen, bevor man sich auf sein bequemes Hundebett hinlegt oder das Rupfen eines plüschigen Fellspielzeugs?

Bei Wölfen geht man davon aus das, dass Grass ihnen dabei hilft, innere Parasiten loszuwerden, welches jedoch kein Problem bei unserem Haushund darstellen sollte, wenn dieser einmal jährlich vom Tierarzt untersucht wird und dieser somit auch eine Kotprobe testen lässt. Aber die Motivation eines Hundes, dieses historisch gesunde Verhalten fortzuführen, kann weiter bestehen selbst wenn ggf. das Problem gelöst worden ist.

Auch ist es möglich, dass das Fressen eines breiten Spektrums an nicht toxischen “Lebensmitteln” ein natürlicher Weg ist, um Mangelerscheinungen bei Vitaminen und Mineralstoffen zu vermeiden. Ein Instinkt, der weiterhin hilfreich sein könnte, auch wenn Hunde angeblich ein ernährungstechnisch vollständiges, kommerzielles Futter erhalten. Immerhin ist es unmöglich jedes kleine Element zu kennen, wovon der Hundekörper profitiert, geschweige denn dies bei seiner Mahlzeit umzusetzen und zu wissen.

Eine Fallstudie aus Japan im Jahr 2007 hat festgestellt, dass das besonders obsessive Grass Fressen eines Pudels unter Kontrolle gebracht werden konnte, durch eine höhere ballaststoffreichen Ernährung. Was ein Hinweis darauf sein kann, dass Hunde viel mehr Ballaststoffe benötigen, als die jeweiligen Futtermittel am Markt es derzeit bieten um nicht nur gegen Parasiten immun zu sein, sondern auch eine gesunde Funktion des Darms aufrechtzuerhalten.

Bei einer Umfrage von Hundehaltern, durchgeführt von Sueda, K.L.C in 2007, wurde herausgefunden das wie ein Hund gefüttert wird nicht in Bezug steht ob dieser nun Grass frisst oder nicht. Auch konnten die gefragten Hundehalter nicht beobachten, dass ihre Hunde nach Grass gesucht oder es gefressen haben, als diese krank waren oder sich nach dem Fressen übergeben haben. Welche jedoch nicht mit der allgemein, beliebten Theorie übereinstimmt, dass Hunde Grass fressen, wenn sie eine Magenverstimmung haben, vielleicht mit dem Ziel zu erbrechen.

In der Tat fand eine kontrollierte Studie von Samantha McKenzie im Jahr 2010 statt die ergab, dass Hunde mit einer leichten Form von Durchfall (die eigentlich mehr Ballaststoffen benötigen als gewöhnlich) weniger Grass fraßen als die Kontrollgruppe. Erbrechen trat in beiden Gruppen sehr selten auf.

junghund_im_grass

Das Einzige, was zuverlässig für ein verstärktes Grass fressen scheint, ist, wenn der Hund hungriger ist, was eine weitere Studie ergab. Das lässt mich wundern, brauchte nun der grassfressende Pudel nun mehr Ballaststoffe oder ging es einzig und allein um das wohlige Gefühl eines vollen Magens?

Und Hunde fressen mehr Gras, wenn eine besonders schmackhafte Art von Gras zur Verfügung steht, welches mich zum Spekulieren bringt, denn, wenn alle Hunde einen Grass-fressenden Impuls haben, würden unsere kultivierten Parks & Rasenflächen ein verlockendes Überangebot schaffen. Vielleicht liegt es gerade deshalb im Frühjahr und Sommer an der Fülle daran, dass unsere Hunde mehr Grass fressen als gewöhnlich.

Mein Fazit: Ich muss natürlich sicherstellen, dass sich meine Hunde von giftigen Pflanzen oder Bereichen, die mit Chemikalien besprüht worden sein könnten fernhalten. Aber unter dem Strich gesehen, scheint es so zu sein, dass Grass fressen etwas Normales ist und nicht in Verbindung mit einer Krankheit oder Mangelernährung steht. Zeigt der Hund also keine anderen Symptome, so können Sie Ihren Hund getrost grasen lassen, ohne sich großartig Sorgen machen zu müssen.

Allerdings würde mich Interessieren zu hören, ob jemand anderes etwas festgestellt hat, was ein Zeichen für größere Probleme oder Ernährungsbedürfnisse im Zusammenhang mit Grass fressen sein könnte. Denn was für einen Hund normal erscheint, kann bei einem anderen Hund etwas anderes bedeuten. Hinterlassen Sie Ihre Meinung in den Kommentaren oder im Forum, ich freue mich darauf ….

One Comment

  1. doro sagt:

    Hallo

    meine Hunde fressen auch gerne Gras, besonders gerne ca 15 cm hohes Getreide (süß). Da sie weder Erbrechen noch sonstige Probleme haben – weder vor- oder hinterher – gehe ich davon aus, dass es ihnen einfach schmeckt.
    Es wird ja nicht jedes Gras gefressen sondern sehr genau ausgesucht. Rasen gehört definitiv nicht dazu

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